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  Home / Oberstufe  / Geschichte Abitur / Vorbereitung schriftliches Abitur 

 
 
Lernhilfe Abiwissen
Inhalt: Umfangreiche Zusammenfassung für das Geschichte Abitur
Lehrplan: Vorbereitung schriftliches Abitur
Kursart: 4-stündig
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Geschichte Abiwissen

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Politische Revolutionen der Moderne im Vergleich
    • 1.1 US-Amerikanische Unabhngigkeitsbewegung
      • 1.1.1 Unabhngigkeitskrieg
      • 1.1.2 Merkmale des neuen Staates
      • 1.1.3 politische Revolution oder nicht?
      • 1.1.4 Bedeutung
      • 1.1.5 Brger- und Sezessionskrieg
    • 1.2 Franzsische Revolution
      • 1.2.1 Revolution und Grndung der Republik
      • 1.2.2 Bedeutung
      • 1.2.3 Auswirkungen und Folgen
    • 1.3 Russische Revolutionen
      • 1.3.1 Vorgeschichte und Revolutionen 1905
      • 1.3.2 Februarrevolution 1917
      • 1.3.3 Oktoberrevolution
      • 1.3.4 Ausbau des leninistisch-stalinistischen Herrschaftssystems
    • 1.4 Revolutionstheorien und Modernisierungsbegriff
      • 1.4.1 Revolutionsdefinition
      • 1.4.2 Moderne Zeiten - Drei Schlsselereignisse der Moderne
      • 1.4.3 Moderne - Begriff der "entfalteten Industriegesellschaft" seit der Jahrhundertwende
    • 1.5 Vergleich
      • 1.5.1 Zwei Wertesysteme: Individualismus - Kollegialprinzip
      • 1.5.2 Drei Wege in die Moderne
      • 1.5.3 Vergleich Amerikanische - Franzsische Revolution
      • 1.5.4 Brgerliche Revolution - Sozialistische Revolution
    • 1.6 Daten und Begriffe
  • 2 Die demokr. und nat. Bewegung in Auseinandersetzung mit dem Obrigkeitsstaat
    • 2.1 Vormrz
      • 2.1.1 Auswirkungen der Franzsischen Revolution und Napoleons
      • 2.1.2 Revolution von oben
      • 2.1.3 Wiener Kongress und Restauration
      • 2.1.4 Restaurationspolitik - Karlsbader Beschlsse
      • 2.1.5 Liberalismus, Nationalismus und brgerliche ffentlichkeit
      • 2.1.6 Badische Regional- und Landesgeschichte
    • 2.2 Revolution von unten und Versuch der parlamentarisch-demokratischen Nationalstaatsbildung
      • 2.2.1 Ursachen der Revolution 1848/49
      • 2.2.2 Verlauf der Revolution
      • 2.2.3 Badische Regional- und Landesgeschichte
      • 2.2.4 Nationalversammlung in der Paulskirche
      • 2.2.5 Das Scheitern der Revolution
      • 2.2.6 Bedeutung fr die demokratische Entwicklung Deutschlands
    • 2.3 Grndung des Kaiserreiches
      • 2.3.1 Einigungskriege
      • 2.3.2 Bedingungen der Reichsgrndung
      • 2.3.3 Verfassung und Grundlagen des politischen Systems
      • 2.3.4 Verfassungsvergleich
    • 2.4 Daten und Begriffe
  • 3 Pol. und gesellschaftliche Entwicklung in Bundesrepublik und DDR
    • 3.1 innere Entwicklung der Bundesrepublik 1949 - 1989
      • 3.1.1 ra Adenauer 1949 - 1963
      • 3.1.2 Kanzlerschaft Ludwig Erhards 1963 - 1966
      • 3.1.3 Groe Koalition
      • 3.1.4 Die Sozial-liberale Koalition 1969 - 1982
      • 3.1.5 Zeit der christlich-liberalen Koalition
    • 3.2 Geschichte der DDR
      • 3.2.1 Aufbau des Sozialismus zur Zeit Ulbrichts
      • 3.2.2 ra Ulbricht
      • 3.2.3 ra Honecker
    • 3.3 Innerdeutsche Beziehungen
    • 3.4 Vergleichs- und Interpretationswissen
      • 3.4.1 Entwicklung der beiden Staaten im Hintergrund des Kalten Krieges darstellen
      • 3.4.2 Vergleich: unterschiedliches politisches Leben als Resultat der unterschiedlichen politischen Systeme
      • 3.4.3 Interdependenz von innenpolitischer Entwicklung und auenpolitischer Integration
    • 3.5 Daten und Begrife
      • 3.5.1 Aufstand in der DDR am 17. Juni
      • 3.5.2 Bau der Berliner Mauer
  • 4 Die staatliche Einheit
    • 4.1 Zusammenbruch der DDR
      • 4.1.1 Demokratisierung des Ostblockes
      • 4.1.2 Zusammenbruch des SED-Regimes
      • 4.1.3 Ausbruch und Verlauf der Revolution
      • 4.1.4 Fall der Mauer
    • 4.2 Die deutsche Einigung
      • 4.2.1 Internationaler Rahmen
      • 4.2.2 Nationale Gestaltung
      • 4.2.3 Chancen und Probleme im Vereinigten Deutschland
    • 4.3 Daten und Begriffe

Politische Revolutionen der Moderne im Vergleich

Offizielle Formulierung:
Die Schlerinnen und Schler knnen
  • die politischen und gesellschaftlichen Umwlzungen in Nordamerika beziehungsweise den USA im 18. und 19. Jahrhundert sowie Ziele, Wege und Folgen der Franzsischen Revolution beschreiben und analysieren;
  • die Bedeutung der Amerikanischen und der Franzsischen Revolution fr die Entwicklung der modernen Demokratien vergleichen und bewerten;
  • Verlauf und Ergebnis der russischen Revolutionen des Jahres 1917 beschreiben, den Weg der sozialistischen Neuordnung erklren sowie Ausbau und Kennzeichen der stalinistischen Diktatur beurteilen;
  • verschiedene Revolutionsbegriffe erklren und beurteilen.

Daten und Begriffe: 1775-1783 Amerikanischer Unabhngigkeitskrieg; 1776 Unabhngigkeitserklrung; 1787 Verfassung der USA; 14.7.1789 Sturm auf die Bastille; 1861-1865 Sezession und Brgerkrieg; 1917 Oktoberrevolution; 1924 Tod Lenins; 1929-1953 Herrschaft Stalins; Frontier; Manifest destiny; Bolschewiki; Menschewiki; Sowjet; Weltrevolution; Sozialismus in einem Lande; Marxismus Leninismus; Brgerliche Revolution Sozialistische Revolution

US-Amerikanische Unabhngigkeitsbewegung

Unabhngigkeitskrieg

  • amerikanisches Selbstverstndnis, Kaufleute und Auswanderer
  • 17. Jhd.: brit. Regierung bernimmt Kontrolle ber Kolonien
  • 1750: 1 Mio Siedler in amerik. Kolonien
  • 1756-63: Siebenjhriger Krieg lsst Englands Staatsschulden anwachsen:
  • Zahlungen der Kolonien gefordert; 1765 "Stempelsteuer", spter hohe Einfuhrzlle

Verlauf:

  • erst passiver Widerstand und Boykott der Bevlkerung; 1773 "Boston Tea Party"
  • Forderung nach eigener Vertretung "no taxation without representation"
  • weitere Repression durch England
  • Vereinigung der Kolonien auf gemeinsame Verteidigung gegen England als Folge
  • Abbruch der Handelsbeziehungen mit England
  • 1. Kontinentalkongress: George Washington wird Oberbefehlshaber der aufstndischen Miliz
  • Beginn eines 8jhringen Unabhngigkeitskrieges
  • 1776: Unabhngigkeitserklrung - neben Verfassung (1789) wichtigstes Dokument der amerik. Geschichte: Rechtfertigung des Krieges als gerechten Krieg zur Herstellung der Freiheit
  • Untersttzung durch Frankreich, Spanien und Holland

Ergebnisse:

  • 1783: Friedensvertrag von Paris: englische Anerkennung der Unabhngigkeit
  • Errichtung nationaler Unabhngigkeit und Selbststndigkeit
  • politische Revolution → aristrokatische Privilegien abgeschafft
  • Kontroverse Geschichtsschreibung zwischen nat. Unabhngigkeit und/oder sozialer Revolution

Merkmale des neuen Staates


 

  • alle Menschen sind gleich
  • Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glck
  • Anerkennung unveruerlicher Menschenrechte
  • Prinzip der Volkssouvernitt
⇒ Ideen der Aufklrung zusammen mit Ersetzung der Fremdherrschaft Englands durch eigene, selbstbestimmte Krfte

Verfassung (1789):

  • Volkssouvernitt: "Alle Macht geht vom Volk aus". Wahrecht schrittweise erweitert: 1870 schwarze Minderheit, 1920 Frauen, 1924 Indianer
  • Gewaltenteilung: "checks and balances" System des organisatorischen Zusammenwirkens unabhngiger Organe
  • Reprsentativsystem: Kongress und Prsident durch Volk legitimiert
  • Grundrechte: Menschenrechte, Widerstandsrecht
⇒ staatsrechtliche Revolution, moderne und freie Demokratie, Republik

Manifest destiny ("Offenkundige Bestimmung"):

  • Grundlage: puritanischer Auserwhltheitsglaube
  • Selbstbestimmung in Staat und Politik: Freiheit = Ausdehnung
  • Selbstbesttigung in der Wirtschaft: Pioniergeist - Arbeit / Selbstgengsamkeit / Disziplin
  • Selbstbehauptung in der Gesellschaft: "American Dream" - Glaube an Chancengleicheit, "Streben nach Glck"
  • Selbstvervollkommung im Individualismus: sittlicher Individualismus der patriotischen Wertvorstellung wirken auf die Politik
  • Konkret: Bestimmung das Land bis zum Pazifik zu erschlieen / Begrndung imperialistischer Politik im 19. Jhd.
⇒ zivilisatorisches Sendungsbewusstsein der Amerikaner, nationales Selbstverstndnis

Frontierbewegung:

  • das Stndige Vorrcken des Grenzbereiches nach Westen
  • Pioniergeist bei Besiedelung
  • Indianer sind Opfer der Frontierbewegung
⇒ amerikanisches Selbstbewusstsein bis heute bertragen "New Frontier" (Kennedy)

politische Revolution oder nicht?

Abweichungen vom Revolutionsbegriff:

  • keine Unterdrckung der Bevlkerung (mit Ausnahme der Sklaven) in den Kolonien ⇒ kein "Klassenkampf"
  • Bevlkerung der Kolonien war nicht unmittelbar unterdrckt, sondern eigentlich frei
  • keinen 3. Stand, keine zahlenmig groe Bauernklasse (→Vgl. Europa)
  • keine existentielle Krise der Landbevlkerung
  • Kolonialsteuern und Repressionen hatten keine finanzielle Krise des Systems zur Folge
  • keine fundamentalen Vernderungen und Umwlzungen in der Gesellschaftsstruktur als Folge
  • Entwicklungsstufentheorie stimmt nicht berein
⇒ keine sozialpolitische Gesellschaftsrevolution laut Marx' Historischen Materialismus
  • Grund war Konflikt zwischen den Kolonien und der Kolonialmacht England
  • Steuern, Zlle und Abgaben an England → komerzielle Grnde
  • man wollte sich vom Mutterland trennen
  • Zusammenschluss zu einer einzigen politischen Einheit
⇒ "Revolution" nach Auen hin, nur Unabhngigkeitserklrung, nationale Frage

bereinstimmung mit dem Revolutionsbegriff:

  • Unabhngigkeitserklrung und Verfassung von 1789 enthlt revolutionres: Ideen der Aufklrung
  • Verfassung: Menschrenrechte, Gleichberechtigung, Gewaltenteilung, Reprsentativsystem, Volkssouvernitt
  • ein neues aristrokratisches System konnte nicht entstehen
⇒ Ergebnis und Auswirkung der Unabhngiskeitsbewegung war revolutionr, aber nicht der Weg

Bedeutung

  • Amerikanische Verfassung und die ersten Schritte der Domokratie werden Vorbild in Europa:
    • fr eine Gesellschaftspolitische "Anwendung" oder "Umsetzung" der Ideen der Aufklrung
    • Vorreiterideal fr eine Demokratische Verfassung in der franz Revolution
    • Interesse im Vormrz, brgerliche, Verfassungsrevolution beabsichtigt
⇒ Eigene Ideen der Aufklrung sollten nun in Europa endlich umgesetzt werden fr Demokratie, Volkssouvernitt und Menschenrechte

Brger- und Sezessionskrieg

Grnde:

  • Sklavenfrage im 19. Jhd.:
    • Norstaaten hochindustrialisiert ohne Sklaven (1807 abgeschafft); hohe Produktivitt (10 mal hhere Industrieproduktion)
    • Sdstaaten Plantagen-Landwirtschaftlich unindustrialisiert, "brauchte" Sklaven fr die Wirtschaft (Sdstaaten lebten vom Baumwollexport)
    • Abraham Lincoln will als Prsident die Sklavenhaltung komplett abschaffen in den USA
    • Norden brauchte viele billige Arbeitskrfte, durch Sklavenbefreieung im Sden sollte eine weitere Reserve an Arbeitern freigesetzt werden
  • Erhaltung der Union:
    • Wahlsieg spaltet USA Sdstaaten → "Konfderierten Staaten von Amerika"
    • Kompromisse gescheitert, Krieg zur Erhaltung der Vereinigung der Staaten

Verlauf:

  • erster moderner Krieg: Massenheere, Seestreitkrfte
  • Sehr hohe Zahl der Todesopfer und Verletzte
  • Sden verlor den Krieg, wurde wirtschaftlich stark zurckgeworfen

Ergebnisse:

  • Unionsstaatliche Einheit
  • Vorherrschaft des Bundes ber die Einzelstaaten
  • Voraussetzung fr einen weltgeschichtlichen Aufstieg zur spteren Supermacht

Franzsische Revolution

Revolution und Grndung der Republik

Ursachen:

  • Autorittskrise durch Aufklrung: Abkehr von absolutistischer Staatsauffassung hin zu Demokratie, Menschen- und Brgerrechte gefordert, skulrer Staat, Vernunft ⇒ diese moderne Philosophie entzog dem Gottesgnadentum den Anspruch
  • Erstarken des Brgertums: Brger und Bauern hatten keine politische Macht (Nur der 1. und 2. Stand - Klerus und Adel), wirtschaftliches Erstarken der Brger und schwindendes Vertrauen im dritten Stand
  • Krise des Feudalismus: traditionelle feudale Gesellschaftsordnung aus dem Lot geraten, Adel hatte zwar weiterhin Privilegien, bernahm aber durch den Absolutismus keinerlei Aufgaben mehr
  • Wirtschaftskrise: frz. Staat kurz vor der Zahlungsunfhigkeit, 1788er Missernte, strenger Winter 1788/89 → Hunger und Elend ⇒ Der auslsender Faktor

Verlauf:

  • Als Anfang angesehen, populr: 14. Juli 1789 "Sturm auf die Bastille": Erbrachte Brger und Vorstdler drangen mit Gewalt in das Stadtgefngnis ein → zum Geschichtsmythos stilisiert
  • eigentliche Ausgangspukt der Revolution: dritte Stand erklrt sich zur alleinigen Vertretung der Nation (nach Zusammenberufen der Generalstnde und Streit ber Wahlmodus)
  • bewaffnete Bauern strmen Klster und Schlsser
  • 26.08.1789: erste Allgemeine Erklrung der Menschenrechte durch den 3. Stand
  • Entstehung einer unteilbaren franzsischen Nation
  • Ziele der Revolution: "Freiheit, Gleichheit und Eigentum" im spteren Verlauf kam "Brderlichkeit" dazu
  • sozialrevolutionre Volksbewegung erzwingt echte Republik ohne Zensuswahlrecht
  • gewhlte Nationalversammlung (Nationalkonvent) herrscht
  • Knig Ludwig XVI gestrzt, inhaftiert und 1793 guillotiniert
  • 21.06.1793: Nationalkonvent verabschiedete erste Verfassung (Eigentum, Widerstandsrecht, allgemeines und gleiches Wahlrecht fr Mnner), trat aber nicht sofort in Kraft
  • radikale Phase und Terrorherrschaft Robespierres, willkrliche Verfolgung nicht nur von Revolutionsgegnern
  • 1794: Robespierre hingerichtet
  • neue Verfassung verabschiedet, Zensuswahlrecht wiedereingefhrt
  • 1799: Napoleon strzt das Direktorium (Staatsstreich) und "beendet Revolution"
  • 1804: N. krnt sich zum Kaiser (behlt aber wesentliche Errungenschaften der Revolution)

Ergebnisse:

  • bergang Monarchie → Republik
  • Terrorherrschaft als negative Seite der Revolution

Bedeutung

  • bergang Frhe Neuzeit → Moderne
  • gesellschaftliche Transformation Feudalismus → kapitalistische Gesellschaft
  • Errungenschaften:
    • persnliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit, Grundrechte
    • Gleichheit aller Brger vor dem Gesetz
    • gleiche Besteuerung, allgemeines Wahlrecht
    • Selbstbestimmungsrecht des Volkes
    • Bindung des Staates an eine Verfassung

Auswirkungen und Folgen

  • Gesellschaft in Frankreich und Europa wurde grundlegend verndert
  • Modell der modernen Staats- und Gesellschaftsordnung
  • Errungenschaften im Bewusstsein der Brger der westlichen Demokratien und Grundlage der meisten modernen Staaten heute
  • Napoleon etabliert franzsisches Modell auch in anderen europischen Staaten

Russiche Revolutionen

Vorgeschichte und Revolutionen 1905

Ursachen:

  • Russland geht es schlecht, Krimkriege (mit osmanischem Reich) verloren
  • wirtschaftliche Situation verschlechtert sich, Rezession -> Demonstrationen
  • Unterschiedliche Gruppen vereinigen sich gegen herrschendes System

Verlauf:

  • Petrograder Blutsonntag (Zar lsst auf Demonstranten schieen)
  • Generalstreik, Radikalisierung

Ergebnisse:

  • Oktobermanifest: Duma (Volksvertretung) wird eingefhrt, Versammlungs- und Redefreiheit, brgerliche Freiheiten, Wahlrecht
  • Erste Abeiterrte
  • ABER: Scheinkonstitutionalismus:
    • Zaristische Autokratie bleibt bestehen: Verwaltungschef, militr. Oberbefehl, uneingeschrnktes Vetorecht
    • Duma wurde vom Zar blockiert durch Veto

Februarrevolution 1917

Ursachen:

  • Erster WK zermrbt Bevlkerung, wirtschaftliche Rezession, Massendesertationen, Vertrauensverlust
  • Autorittsverlust des Zaren

Verlauf:

  • Sturm des Winterpalais
  • Bildung von Soldaten und Arbeiterrten (Petrograder Sowjet)
  • Massenaufruhr, Hungernsnte etc.
  • Duma lehnt sich auf und bernimmt Macht

Ergebnisse:

  • Ende der Zarenherrschaft, provisorische Regierung (Gab es berhaupt wahlen?)
  • Grund und Menschenrechte
  • Aprilthesen Lenins
  • Doppelherschaft zwischen Arbeiter/Soldatenrten und Duma
  • Warum scheitert der Parlamentarismus?
    • Duma hat Krieg weitergefhrt
    • Aprilkrise (Konflikt zwischen Duma und Sowjets), Kritik Lenins an Duma, Julikrise (Demonstrationen, Not, gewaltsame Niederschlagung)
    • Radikalisierung der Politik
    • Gegenrevolution von Rechts (Korlnov)

Oktoberrevolution

Ursachen:

  • Krise von Wirtschaft, Armee und Staat auf ihrem Hhepunkt
  • Weiterfhren des Krieges und Krisenmanagement der Prov. Regierung scheitert
  • Bolschewiki erringen mehr Macht, Kampf um Staatsform (brgerliche oder sozialistische Demokratie) spitzt sich zu
  • Hungerstreiks, Krawalle etc.

Verlauf:

  • Bolschewiki nutzen Politische Krise um eigene Politik durchzubringen
  • revolteirende Massen werden von Bolschewiki untersttzt gegen Krisenmanagement der Prov. Regierung
  • Lenin bernimmt die Fhrung und wird politische und ideologische Leitfigur
  • Erdrutschsiege bei Wahlen → Bol. stellen Ratsmehrheit und Ratsvorstand
  • militrische Revolution wird von Sowjets geplant
  • 24. / 25. Oktober: militr. Einheiten und bewaffenete Arbeiter besetzen wichtige Punkte in der Stadt
  • 26. Oktober: Winterpalast wird gestrmt, Regeirung verhaftet
  • im Gegensatz zum spontanen Volksaufstand, war Oktoberrevolution geplant und lange vorbereitet
  • kaum Beteiligung der Bevlkerung, schnell und ruhig durchgefhrt
  • Scheitern der Februarrevolution und der Prov. Regeirung ermglichten bolschewistischen Putsch

Ergebnisse:

  • Ausrufung der Rteherrschaft
  • 26. / 27. Oktober: erste Sowjetregierung; besteht nur noch aus Bolschewiki und linken Sozialrevolutionren
  • Durchsetzung der Forderungen der Massen:
    • Friedensangebot 1. WK
    • entschdigungslose Enteignungen des Grogrundbesitzes mglich → Verteilung auf Bauernsowjets
    • Verstaatlichung von Banken, Handel und Industrie
  • Konstitutionalismus scheitert nach einem halben Jahr
  • Ein neues Regime tritt nach dem kurzen Sommer der Domokratie an die Stelle der Zarenherrschaft
  • 74 Jahre Herrschaft der KPD und neuer Weg in die Moderne mit starken Unterschieden zum Modernisierungsweg in West- und Mitteleuropa

Ausbau des leninistisch-stalinistischen Herrschaftssystems

Umgestaltung des Lebens:

  • Abschaffung der Rnge und Standesbezeichnunge
  • Trennung von Kirche und Staat
  • Einsetzung von Volksgerichtshfen, Richterwahl durch Bevlkerung
  • Gleichberechtigung der Frau etc.
  • Schulen und Universitten den Unterschichten geffnet
  • Kunst und Wissenachft sollte der Erziehung des "neuen Menschen" dienen

Festigung und Herausforderung der Herrschaft:

  • Ermordung der Romanow-Familie durch die Bolschewiki
  • Installation des Rates der Volkskommissare
  • 18. Januar 1918: eben gewhlte konstituierende Versammlung wird gewaltsam aufgelst
  • Bolschewiki wiedersetzen sich unter groer Anstrenung allen Gegenkrften im In- und Ausland
  • Brgerkrieg fordert neues Sowjetregime heraus → neue Aufstnde, Bolschewiki verlieren soziale Basis
  • Not erzwingt politische Wende: Neue konomische Politik:
    • Vershnung der Gesellschaft mit dem Regime → berwindung von Brgerkrieg und Versorgungsdiktatur
    • Handel mit berschssen ermglicht, folgende Steigerung der landw. Produktion und Wirtschaftsleistung
  • Unterdrckung und Vertreibung konkurrierender Parteien (wie Menschewiki)
  • Anstreben eines politischen Monopols
  • Kontrolle und Verfgung ber Groindustrie, Banken, Auenhandel etc.

Stalins Festigung der Diktatur:

  • heftige Fhrungskmpfe innerhalb der KPdSU (Bolschewiki)
  • Aufbau einer brokratischen Organisation → Machtapparat zu Ausschaltung Stalins Gegner Ende 20er Jahre
  • Stalin entwickelt nach Lenin-Kult der spter auf ihn selber positiv abfrbt → Stalin-Kult und Mythisierung
  • 1937-1938: "Suberungsaktion" konkurrierende politische und militrische Elite um Stalin wurde Ausgelscht
⇒ Stalin setzt sich durch fr die beherrschende Position

Massive Modernisierung:

  • Zwangskollektivierung
  • extreme Industrialisierung unter groen Opfern
  • Fnfjahresplan, Produktionsgterindustrie
  • bemerkenswerte Mischung aus Massenmobilisierung, Enthusiasmus und Repression

Revolutionstheorien und Modernisierungsbegriff

Revolutionsdefinition

Revolution im Gegensatz zu Evolution:

  • bewirkte, pltzliche Vernderung
  • gewaltsamer Umsturz
  • Neuordnung politischer und sozialer Strukturen einer Gesellschaft

Historischer Materialismus (Entwicklungsstufentheorie) laut Marx:

  • krisenbedingtes Enden einer Gesellschaft und Aufleben einer neuen Gesellschaftsordnung
  • durch den Klassenkampf kommt es in jeder Gesellschaftsstufe zu Krisen
  • durch den verstrkten Klassenkampf strzen die Unterdrckten in der Krise die Unterdrcker
  • Eine Revolution fhrt eine Gesellschaft in die nchsthhere Gesellschaftsstufe
  • neue Gesellschaftsstufe meistens ein Fortschritt fr Menschheit

Andere Definitionen:

  • Revolution = "Erneuerung"
  • muss nicht gewaltsam sein

Moderne Zeiten - Drei Schlsselereignisse der Moderne

Modernisierung in Richtung Individualismus:

1. Amerikanische Unabhngigkeitsbewegung:

  • nationale Selbstbestimmung nach Auen
⇒ nationale Frage

2. Brgerliche Revolution in Frankreich:

  • politische Selbstbestimmung des liberalen Brgertums: Volkssouvernitt / Verfassung
⇒ liberale Frage

3. Industrielle Revoluton in England:

  • Entfaltung der wirtschaftlichen Produktionskrfte Arbeit, Boden, Kapital
  • Volkssouvernitt / Verfassung / Eigentum
⇒ soziale Frage

Modernisierung in Richtung Kollektivismus:

(4.) Russische Revolution(en):

  • Februar → Oktober 1917
  • "Putsch" - Machtbernahme der bolschewistischen Minderheit
  • "Arbeiter, Soldaten, Bauern"-Sowjet
⇒ demokratische Frage

Moderne - Begriff der "entfalteten Industriegesellschaft" seit der Jahrhundertwende

okonomisch:

  • rationalisierte industrielle Produktion
  • brokratische Verwaltung

sozial:

  • arbeitsteilige Lohn- und Gehaltsabhngige disziplinierte Arbeit
  • stdt. Umwelt
  • expansionierendes Bildungsangebot

kulturell:

  • medienproduzierende Angebote
  • Ablsung der traditionellen sthetik in Architektur, bildender Kunst und Musik

interlektuell:

  • Triumph der okzidentalen Rationalitt
  • Naturwissenschaft
  • Kulturkritik

⇒ Rationalisierung, Individualisierung, Skularisierung

Vergleich

Zwei Wertesysteme: Individualismus - Kollegialprinzip

Kollektivismus:

  • Wohlergehen des Kollektivs die hchste Prioritt: grtmgliche Glck fr die grte Zahl von Menschen
  • wirtschaftliche Schwche: Ansporn durch Egoismus fehlt
  • wirtwschaftliche Leistungsfhigkeit: keine Rcksicht auf Freiheit des Einzelnen
  • Extreme Form: Utilitarismus (Ntzlichkeitsdenken zugunsten der Masse)

Individualismus:

  • Individuum im Mittelpunkt: Befreiung des Einzelnen von zu vielen Zwngen
  • wirtschaftliche "Schwche": Rcksicht auf die Freiheit des Einzelnen
  • wirtschaftliche Leistungsfhigkeit: allgemeiner Wohlstand als Ergebnis vieler Egoismen
  • Extreme Form: ebenfalls Utilitarismus (Ntzlichkeitsdenken zugunsten eines Einzelnen)

⇒ Zwei Wertesysteme der Moderne, die ideologisch entgegenstehen und eine Zeit der Systemkonkurrenz einleiten

Drei Wege in die Moderne

  • Drei Leitthemen und Schritte der Moderne:
    1. nationale Modernisierung: nationale Unabhngigkeit und Selbststndigkeit
    2. politische Modernisierung: Volkssouvernitt, politische Garantieen der brgerlichen Freiheit
    3. wirtschaftliche Modernisierung: Entfesselung der Produktionskrfte Kapital, Arbeit, Boden → Marktwirtschaft
  • Drei Modernisierungsthemen in Deutschland:
    1. nationale Modernisierung: spte deutsche Staatsgrndung
    2. politische Modernisierung: reaktionrer Obrigkeitsstaat, Traditionsverbissenheit → spter Wandel zum Imperialismus gegen freiheitliche politische Modernisierung (1.) von Frankreich (1989) und USA (1776)
    3. wirtschaftliche Modernisierung: schnelle Industrielle Revolution, Kapitalgesellschaft
⇒ widersprchliche Modernisierung: politische Modernisierung (2.) hlt mit wirtschaftlicher Modernisierung (3.) nicht Schritt. → Differenz fhrt zu Aufspaltung in Klassengesellschaft, Zuspitzung der sozialen Frage
  • Drei Modernisierungsthemen in Amerika:
    1. nationale Modernisierung: Unabhngigkeit, USA
    2. politische Modernisierung: Volkssouvernitt, Menschenrechte, Gewaltenteilung, ffentlichkeit
    3. wirtschaftliche Modernisierung: Entfesselung der Produktions- und Markkrfte, Inustrialisierung
⇒ gnstige Modernisierung: politische Modernisierung (2.) gleicht sich mit wirtschaftlicher Modernisierung (3.) aus → kein Existenzkampf einer dialektischen Klassengesellschaft
Im Text nicht ganz erkennbar:

* Drei Modernisierungsthemen in Russland:
*# nationale Modernisierung:
*# politische Modernisierung:
*# wirtschaftliche Modernisierung:
:⇒

Vergleich Amerikanische - Franzsische Revolution

Franzsische Revolution Amerikanische Unabhngigkeitsbewegung
Gemeinsamkeiten:
  • Revolutionrer Charakter vom welthistorischen Gesichtspunkt aus
  • Bruch mit den Grundstzen der vorangegangenen Epoche
  • Anspruch, der Menschheit einen Fortschritt zu bringen
  • Begriff der Freiheit
Unterschiede:
  • Bruch mit vorrevolutionren Zustnden
  • Revolution nach Innen
  • Beendigung der politischen Abhngigkeit vom britischen Mutterland
  • hauptschlich Revolution nach Auen
  • Furcht vor adliger Reaktion
  • Kein Gefhl der akuten Bedrohung
  • Eingriff in die Sozialstruktur und das gesellschaftliche Gefge
  • Soziale Revolution (Auflsung der gesellschaftlichen Hirachie)
  • Keine Gesellschaftliche Komponente
  • Einebnen der Sozialpyramide
  • Abfolge von:
    • staatsrechtlicher Revolution (mit Zustimmung des Knigs zur Ausarbeitung einer Verfassung im Grunde abgeschlossen)
    • radikaler Revolution
    • republikanischer und (gesellschaftlich) egalitrer Revolution
  • Nur:
    • staatsrechtliche Revolution: Ersetzung der Rolle von Knig und Parlament in London durch eigene, selbstbestimmte Krfte
  • soziale und egalitre Komponente gegen Adel und Knig, zum Teil auch gegen das Grobrgertum, erkmpft
  • wesentliche Bedingungen bereits verwirklicht
  • Wirtschaftskrise mit Radikalisierung der Pariser Massen
  • keine Wirtschaftskrise
  • Radikalisierung und "Beendigung" durch Napoleon
  • weitere Revolution zur Durchsetzung liberaler Freiheiten
  • Heute 12. Verfassung der Franzsischen Republik seit 1789
  • Fortschreibung der ursprnglichen Verfassung
  • "eine, unteilbare Nation" als Trger der Souvernitt
  • Ausbalancierte Aufteilung der Staatsgewalt: "checks an Balances"
  • Storichtung nach innen:
    • Politische Revolution: nderung der Verfassung
    • Brgerliche Revolution: Umverteilung des Besitzes
    • Soziale Revolution: Auflsung der gesellschaftlichen Hirachie
    • Gewalt nach Innen
  • Storichtung nach innen:
    • freie, moderne Verfassung
    • Besitzende Schicht politisch entscheidend
  • Storichtung nach auen:
    • Politische Revolution: Verfassung - Unabhngiogkeitserklrung der britischen Kolonien
    • Gewalt nach Auen, gegen Mutterland

Brgerliche Revolution - Sozialistische Revolution

Brgerliche Revolution Sozialistische Revolution
  1. soziale Revolution (Idee) 2. sozialistische Sowjetrevolution (Praxis)
  • Ideen der Aufklrung
  • nach Marx' Historischem Materialismus (Entwicklungsstufentheorie)
  • Nach Lenin als "Anwender des Marxismus unter den gegebenen historischen Umstnden" und Stalin
  • Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte, Grundreche → liberale Frage
  • Gleichheit, Brderlichkeit
  • Gleichheit ohne Freiheit (von Verfolgung von Oppositionellen als "Klassenfeinde" ber Zwangskollektivierung bis zur Zwangsarbeit)
  • Parlamentarismus, reprsentativ demokratisches System, Volkssouvernitt
  • "Absterben" des Staates nach bergangsphase der Diktatur des Proletariats
  • Aufbau einer Kaderpartei der proletarischen Revolutionre (Einparteienstaat), keine Gewaltenteilung, "Alle Macht den Rten"
  • nationale Verfassungsrevolution in einem Land → nationale Frage
  • als Weltrevolution gedacht, Internationalismus → Emanzipation der Arbeiterklasse
  • nationalen Kurs der "Neutralisierung der Weltbourgeoisie" (v.a. Stalinismus), "Sozialismus in einem Lande"
  • aristokratisches System wird durch Revolution der Brger abgeschafft, Aufstieg des liberal-brgerlichen Mittelstandes, Bildungsbrgertums
  • Arbeiteraufstand, vorbergehende Diktatur des Proletariats, unterdrckte Masse (Proletariat) berwindet Unterdrcker (Bourgeoisie)
  • Machtbernahme einer in Sowjets (Rten) organisierten Arbeiter(-Solaten-Bauern)-Klasse, die vorgibt, die Mehrheit zu sein, Eher Putschversuch, da tatschlich Minderheit an der Macht (Bolschewiki)
  • Individualismus-Prinzip
  • Kommunismus: klassenlose Gesellschaft, Gleichheit
  • Ausgestaltung eines Kollektivsystems, Erziehung und Indoktrination des Menschen
  • Garantie des Eigentums ⇒ Entfesselung der Produktivkrfte, "Streben nach Glck"
  • "Ende des Eigentums", Volkseigentum , Eigentum als Zwang zur Ungleicheit angesehen
  • Staatseigentum, Planwirtschaft
  • Ende von Aristrokratie, Einleiten einer neuen, mordenen Gesellschaftsstufe
  • Ende aller Gesellschaftsstufen → neue Urgesellschaft
  • "Ende des Kapitalismus"
  • Bsp. Frankreich, USA
  • hat es nie gegeben, Utopie, stattdessen gescheiterter "Realsozialismus"
  • "Realsozialismus", bestes Beispiel UdSSR

Daten und Begriffe

Die demokr. und nat. Bewegung in Auseinandersetzung mit dem Obrigkeitsstaat

Offizielle Formulierung:
Die Schlerinnen und Schler knnen
  • die Krfte und Gegenkrfte im Ringen um Verfassungsstaat, demokratische Partizipation und nationale Einigung erkennen;
  • vorzugsweise an regionalgeschichtlichen Beispielen die Entwicklung der Revolution 1848/49 untersuchen, deren Ursachen und Grnde fr ihr Scheitern verdeutlichen sowie ihre Bedeutung fr die demokratische Entwicklung in Deutschland beurteilen;
  • die Bedingungen der Reichsgrndung von oben analysieren und bewerten sowie deren Einfluss auf die Grundlagen des politischen Systems des Kaiserreichs errtern.

Daten und Begriffe: 1848 Mrzrevolution; Nationalversammlung in der Paulskirche; 1849 Reichsverfassungskampagne; Badische Revolution; 1871 Grndung des Kaiserreichs; Restauration; Liberale; Demokraten; Parlamentarische Monarchie; Konstitutionelle Monarchie

Vormrz

Auswirkungen der Franzsischen Revolution und Napoleons

  • Entstehung von Liberalismus und Nationalismus im Brgertum
  • Errungenschaften der Frz. Revolution waren wegweisende politische Zielvorstellung
  • Napoleons "Flurbereinigung" ndert Mchte und Lnder
  • 16 Staaten grnden Rheinbund und treten aus dem Deutsch Reich aus
  • Abdankung des Kaisers Franz II. ⇒ Ende des alten Deutschen Reiches

Revolution von oben

  • napoleonischer Code Civil wird in einigen Staaten eingefhrt: Freiheitsrechte und Gleichheit der Mnner
  • dennoch erhielten nur wenige deutsche Staaten Verfassungen
  • Entwicklung einer an Wirtschaftsfreiheit orientierten Gesellschaft
  • Reformen in Preien: Beseitigung der Adelsprivilegien, Bauernbefreieung, Mitspracherecht → Frderung des Nationalbewusstsein → neue Gre Preuens, Wiedererstarken
  • Sddeutscher Konstitutionalismus: bergang monarchistischer Verwaltungsstaat → liberaler Verfassungsstaat; Staatsbrger mit bestimmten Freiheiten
  • oktroyierte (verordnete) Verfassungen in Baden und Wrttemberg:
    • Zensuswahl von zwei sog. Kammern mit Wahlmitgliedern: Regierungskontrolle, Mitwirkung bei Gesetzgebung
    • dennoch typische Mngel: keine Gewaltenteilung, Kammern waren kein Parlament, Kommern konnten Regierungen nicht entlassen oder bilden

Wiener Kongress und Restauration

  • Zeit bis 1848 geprgt durch ein Ringen zwischen konservativen Krfte um die Monarchen und liberalen und nationalen Revolutionren

Erhebung gegen Napoleon:

  • Freikorps aus Studenten und jungen Handwerkern kmpfen gegen Napoleon
  • Ziel der Bewegung: "Befreiungskrieg" zur Herstellung eines neuen, politisch vereinten, liberalen Deutschalnd

Wiener Kongress 1815:

  • Europa nach Napoleon neu ordnen
  • "Heilige Allianz" gegen Revolutionen oder neuen Napoleon
  • Auslschung der staatsrechtlichen und gesellschaftlichen Errungenschaften der Frz. Rev. in Deutschland
  • Monarchie in Europa strken

Monarchistisches "System Metternich":

  • Legitimitt und Autoritt der Monarchie (gegen Revolutionisten)
  • Sicherung des Friedens durch monarchistische Solidaritt: (Stabilitt durch Gleichgewicht der Mchte)
  • Konservativismus in Deutschland

Territoriale Vernderungen im Deutschen Bund:

  • Preuen wuchs nach Deutschland hinein
  • stereich wuchs aus Deutschland heraus
  • Zusammenschluss der 39 Staaten

Opposition und Burschenschaften:

  • Hoffnungen junger Liberaler und Reformer zunichte gemacht,
  • Aufkommen einer liberalen und national denkenden Opposition aus Brgertum
  • revolutionres Frankreich als Vorbild
  • Aufkommen einer liberalen, nationalen Studentenschafte aus Teilnehmern der Befreiungskriegen → Grndung von Burschenschaften
  • Wartburgfest 1817: demonstration ihrer Meinung

Restaurationspolitik - Karlsbader Beschlsse

  • Mrz 1819 nach Attentat von Metternich:
  • Unterdrckung der nationalen und liberalen Gruppen Deutschlands
  • Zensursystem: Verbot der Burschenschaften, Kontrolle ber u.a. Universitten
  • Verbot und Verfolgung aller "revolutionren" und "demagogischen" Aktivitten
  • biedermeierischen Rckzug durch Unterdrckungssystem

Liberalismus, Nationalismus und brgerliche ffentlichkeit

Nationale und soziale Bewegungen bis zum Vormrz
Nationale und soziale Bewegungen bis zum Vormrz

Entstehung der ffentlichkeit:

  • Kultur vom Brgertum geprgt
  • Diskussion, (Tages-)Zeitungen und Zeitschrift, ffentliche Meinungsbildung ⇒ Leserevolution
  • neuer Machtfaktor gegenber Herrschaft, Verwaltung und Kirche ⇒ Politisierung der Gesellschaft

Liberalismus:

  • Ziele: Rechts- und Verfassungsstaat, Grundstze der Frz. Rev.
  • "Nachtwchsterstaat" statt restaurativer Absolutismus
  • Zensuswahlrecht, gewhlte Volksvertretung, aber Monarch ist Exekutive

Nationalismus:

  • einheitliche, deutsche Kultur- und Staatsnation nach Frz. und Engl. Vorbild
  • "Einheit und Freiheit" fr Deutschland, Nationalbewusstsein, Nationalsymbole → Schwarz-Rot-Gold
  • Mitbestimmung nach Innen gefordert

Vormrz 1830 - 1848:

  • franzsische Julirevolution 1830 schwcht Restauration und strkt liberale und nationale Bewegung
  • Schein- und Teilzugestndnisse des Deutschen Bundes oder einzelner Frsten/Stdte
  • Hambacher Fest 1832: Forderung nach nationaler Einheit, Pressefreiheit, teilw. auch Demokratie
  • viele weitere Bewegungen, Kundgebungen, Studentenburschenschaften, politische Vereine
  • von studentischen Burschenschaften und Professoren getragen
  • harte Gegenreaktion vom "System Metternich", Demagogenverfolgungen
  • erste Arbeiterbewegung, Proteste, Streiks - Weberaufstand 1844

Badische Regional- und Landesgeschichte

  • schon ab 1818 sehr fortschrittliche liberale Verfassung → konstitutionellen Monarchie
  • Wahl von Standesvertretern in den Karlsruher Landtag
  • Parlamentarischer Mainungsstreit, ffendliches Forum der politischen Opposition
  • Konflikte mit Metternich

Revolution von unten und Versuch der parlamentarisch-demokratischen Nationalstaatsbildung

Ursachen der Revolution 1848/49

wirtschaftliche, politische, nationale Ursachen:

langfristig seit 1830, Radikalisierung und Politisierung:

  • liberales, nationales Brgertum: erstarkendes Nationalgefhl gegen Kleinstaaterei
  • Demokraten: Volkssouvernitt, gleiches Wahlrecht, Parlamentarismus; es gibt keine Parlamente und Verfassungen in den wichtigesten Staaten (z.B. Preuen und sterreich)
  • Sozialisten: gerechte Eigentums- und Gesellschaftsordnung; gegen Adeslsprivilegien und politische Unterdrckung nationaler Minderheiten (in sterreich und Preuen)
  • Kommunisten: Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln
  • Wirtschaftsbrgertum: unterschiedliche Mae, Whrungen und Gewichte; Behinderung der brgerlich-kapitalistischen Entwicklung

kurzfristig:

  • Finanzkrise in Preuen, Einberufung des vereinigten Landtags: "Verfassung oder Boykott!"
  • Agrarkrise wirkt negativ auf Wirtschaft und junge Industrie
  • Pauper- und Kommunistenfurcht im Adel und Brgertum
  • Altes System verlor auch bei den Konservativen das Vertrauensfundament
  • franzsische Februarrevolution 1848 von Arbeitern, Kleinbrgern, Studenten

soziale, existenzielle Ursachen:

langfristig:

  • wirtschaftliche und gesellschaftliche Spannungen durch Bevlkerungswachstum
  • Arbeitslosigkeit und Landflucht, Urbanisierung → Pauberismus
  • schlesischer Weberaufstand 1844, Misstimmung im Proletariat

kurzfristig:

  • berraschender Ausbruch der Revolution durch Zusammenfallen verschiedener Faktoren:
  • Missernten 1845/46 → doppelte Getreidepreise 1847 → Agrarkrise
  • Pauperismus: Hungersnte, Hungerunruhen 1847 (z.B. Berliner Kartoffelkrieg)
  • Agrarkrise bewirkt Streiks bei Eisenbahnen und Fabriken → Wirtschaftskrise 1847

Mrzforderungen der politischen Opposition:

Stadt Land
Arbeiter Brger Bauern
  • Volksherrschaft
  • Ende der Ausbeutung durch Unternehmer
  • Freiheitsrechte
  • staatliche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik
  • staatliche Erziehung
  • Volkssouvernitt
  • Demokratie
  • erweitertes Zensuswahlrecht
  • Freiheitsrechte
  • aber Bekenntnis zur Monarchie
  • Steuerermigung
  • Aufhebung von Abgaben, Abschaffung der feudalen Priviledien
  • Ablsung aller Leistungsverpflichtungen
  • Vereinheitlichung von Maen
  • Agrarreformen
  • aber keine Forderungen nach Demokratie und Grundrechten
⇒ Herrscher setzen auf Zeit
  • Uneinigkeiten ber deutsche Nationalstaat:
  • Republik oder Monarchie?
  • Verfassung - Grundrechte?
  • Deutscher Nationalstaat: Grenzen?
⇒ politische Forderungen werden schnell erfllt
  • Bauernbefreieung 1848
  • Bauern scheiden als erste Protestgruppe aus dem Kreis der Revolutionre aus

Verlauf der Revolution

Bauernrevolution:

  • Strmung von Archiven mit Grundbchern und Lastenverzeichnissen
  • Bauern zwingen Adelige zum schriftlichen Verzicht auf ihre grundherrlichen Rechte
  • Forderungen schnell erfllt
⇒ neue konservative Allianz zwischen befreiten Bauern und adelig-konservativen Grundherren

Mrzministerien:

  • Massendemonstrationen und Versammlungen
  • Formulieren von Forderungen, z.B. Mrzforderungen (s.o.)
  • Frsten lenken in einigen Staaten schnell ein: Errichtung von liberalen Mrzministerien
  • Ministerien kamen den Forderungen teilweise nach
  • Zensur aufgehoben, Einrichtung von Schwurgerichten, Bauernbefreiung
  • Oftmals nur bloe Versprechungen
  • friedlicher Verlauf in Lndern mit Mrzministerien
⇒ Anfangserfolge → scheinbar siegreiche Revolution

sterreich:

  • Frst Metternich muss fliehen
  • Verfassung wurd vom Kaiser versprochen

Preuen:

  • Berlin: Volksbewegung trifft mit Militr zusammen
  • Einschwenken des Preuischen Knigs: Aufheben der Zensur, Einberufen eines Landtages (Parlament in Preuen)"Preuen mge in Deutschland aufgehen"
  • 18. Mrz: bei dankbarer Versammlung des Volkes kommt es zu Gewalt des Militrs
    • entfachen des Konfliktes, Straen- und Barrikandenkmpfe
    • 230 Todesopfer bis Rckzug der Truppen durch Knig von Preuen
  • Entschuldigung des Knigs und weitere Zugestndnisse (liberale Regierung, preuische verfassungsgebende Nationalversammlung)
⇒ Militr und Landadel standen aber nicht hinter Revolutionren

Frankfurt am Main:

  • Nationalversammlung fr einen neuen Nationalstaat

Badische Regional- und Landesgeschichte

Badische Revolution parallel zu Mrzrevolution:

  • radikalere Forderungen:
    • Demokratisierung, (Justiz & Militr), Volksheer
    • Abschaffung des Adels
    • Volkssouvernitt, Geschworenengerichte
    • soziale Forderungen, Grund- und Menschenrechte
    • wirtschaftliche Freiheiten, soziales Steuerrecht
  • 1. Mrz: Beginn der Revolution in Baden: Besetzung des Stndehauses des badischen Landtags in Karlsruhe
  • nur in Baden gelingt es, die Regierung zu bernehmen
  • Parlament wird eingefhrt

Erneute Revolution nach Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung:

  • Mai 1849: Militr schliet sich zu neuerlichen Aufstand an
  • Flucht des Groherzogs Leopold
  • Bildung einer provisorischen Regierung und Neuwahlen, Offenburger Beschlsse
⇒ Baden wurde faktisch Republik

Scheitern der Republik:

  • Badische Republik wurde durch Preuisches Militr mit Gewalt besiegt
  • Badische Armee wird aufgelst und unter preuischer Fhrung neu aufgebaut
  • 23 Revolutionre werden hingerichtet

Nationalversammlung in der Paulskirche

Entstehung:

  • Vereins- und Verbandsbildung durch Aufhebung der Repressionsgesetze
  • Parteienentwicklung
  • erste Frauenbewegung (jedoch ohne Ergebnis)
  • 5. Mrz: Nationalversammlung wird im Sden beschlossen
    • Ziele: Bildung eines deutschen Nationalstaates und Ausarbeiten einer Verfassung
  • 31. Mrz: Vorparlament in Frankfurt: gleiches Wahlrecht fr alle Mnner (ber25) ausgearbeitet
  • 18. Mai: Nationalversammlung tritt in der Frankfurter Paulskirche zusammen
  • Errichtung einer Zentralgewalt: Erzherzog, Johann von sterreich als "Reichsverweser" (Oberkommando ber Truppen - Preuen und sterrich lehnen ab, erste Gegenrevolutionen in Gange)

Fraktionen und Parteien:

Partei Programm Staatsform staatliche Organisation Basis
Demokraten (Linke) brgerliche Republik

tiefer greifende soziale Revormen

Volkssouvernitt

allgemeines Wahlrecht

Zentralstaat Akademiker

Handwerker

Liberale (Mitte) Begrenzung der Revolution konstitutionelle Monarchie Erhaltung der Einzelstaaten Besitz- und Bildungsbrgertum
Konservative (Rechts) mglichst viel von der alten Macht von Monarchie und Adel behalten Erbkaisertum mglichst Selbsstmdigkeit der Einzelstaaten Adel, Monarchen,

Kirche, Bauern

gehobene Beamte, Militrs

Nicht in der Paulskircher vertreten:

  • Sozialisten: noch geringe Bedeutung, jedoch erste Programme (Kommunistisches Manifest, Marx), Arbeiter
  • politischer Katholizismus: Anhnger in allen Klassen

Probleme und Diskussionen:

  • Staatsgebiet: gro- oder kleindeutsch? Mit Teilsterreich oder Gesamtsterreich?
  • Staatsform: Monarchie (konstitutionelle/parlamentarische) oder Republik? Erb- oder Wahlkaisertum? Vetorecht?
  • Innere Organisation: zentralistisch oder fderal?
  • Wahlrecht: Allgemeines oder Zensuswahlrecht?

Ergebnisse und Verfassung:

Verfassung der deutschen Nationalversammlung vom 28. Mrz 1849
Verfassung der deutschen Nationalversammlung vom 28. Mrz 1849
  • kleindeutsches Staatsgebiet (ohne sterreich wegen beginnender Gegenrevolution)
  • mit Schleswig (Preuen mit Krieg gegen Dnemark beauftragt)
  • konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum, aufschiebendes Veto, (preuischer Knig Friedrich Wilhelm IV soll Kaiser der Deutschen werden)
  • allgemeines Wahlrecht (fr Mnner)
  • Grundrechte
  • Farben: Schwarz-Rot-Gold

Ende der Paulskirche:

  • April 1948: 28 Staaten hatten Reichsverfassung angenommen, stereich, Preuen und andere lehnen ab, weil Gegenrevolution sich festigt
  • Sommer 1948: lokale Gegenrevolutionen der Monarchen siegt: Preuen lst seine Nationalversammlung auf
  • April 1849: Preuischer Knig lehnt die Kaiserkrone ab
  • Mai 1949: Preuen und sterreich berufen "ihre" Abgeordneten ab
  • Reichsverfassungskampagne: letztes Aufbumen zur Durchsetzung der Verfassung in allen Staaten
  • Letzte Barrikadenkmpfe durch Preuen niedergeschlagen
  • Rumpfparlament in Stuttgart, Abgeordnete resignieren

Das Scheitern der Revolution

Grnde:

  • Situation der Menschen verbesserte sich nach den Hungerjahren 46/47, 1848 kein Hungerjahr ⇒ keine existenzielle Krise
  • Wirtschaft erholte sich
  • Grobrgertum wollte nur Reformen, keine Revolution ⇒ keinen Anlass zu groen Barrikandenkmpfen
  • Revolution hatte weder einheitliche Ziele, noch eine einheitliche Fhrung ⇒ Zerstrittene Paulskriche
  • frhe Befriedigung der Forderung der Landbevlkerung (Abschaffung der Feudallasten)⇒ kein Interesse an einer weiteren Untersttzung der Revolte durch die Bauern

Ergebnisse:

  • keine Einheit: nationale Zersplitterung bleibt bestehen
  • keine Freiheit Fortbestand der Adels- und Frstenherrschaft
  • Rache der Sieger: Verfolgung der Revolutionre, Hinrichtungen und Gefngnisstrafen
  • Auswanderung: ber 1 Mio Deutsche emigrieren in die USA, darunter allein 80.000 Badener
  • Raktionszeit: Wiedererrichtung des Deutschen Bundes 1851

Bedeutung fr die demokratische Entwicklung Deutschlands

Zugestndnisse trotz gescheiterter Revolution:

  • oktroyierte Verfassungen u.a. in Preuen und sterreich
  • Grundrechte (begrenzt) u.a. Gleichheit vot dem Gericht, Pressefreiheit
  • wachsender Einfluss der wirtschaftlich erfolgreichen brgerlichen Schichten
  • Wunsch nach Nationaler Einheit bleibt bestehen
  • Abschaffung der Reste des Feudalismus (Leibeigenschaft)
  • exemplarische (aber gescheiterte) kurzzeitige Schaffung eines deutschen Nationalstaats → Ausarbeitung in der Frankfurter Paulskirche
  • Paulskirchenverfassung wird zum Vorbild zum Vorbild fr sptere deutsche Verfassungen
  • starke Geschwindigkeit und Intensitt der politischen Selbstorganisation der Parteien und Fraktionen ⇒ Gegenbeispiel fr Vorurteil der Politikverdrossenheit der Deutschen
  • Anfnge des Parteiwesens (durch Vereine, Vrsammlungen, Flugbltter, Presse)
  • Grundstein fr politische Strmungen und Vereine auf Volksbasis

Grndung des Kaiserreiches

  • nach Mrzrevolution existierte Deutscher Bund weiter unter sterreichischer Fhrung
  • Politik des D.Bundes durch Fhrungskampf der beiden Gromchte Preuen und sterreich bestimmt (Deutscher Dualismus)
  • Preuen baut seine wirtschaftliche Vormacht aus
  • wirtschaftlichen Vorausstzungen drngen zur kleindeutsche Einigung (Zollverein)

Einigungskriege

Einigung Deutschlands durch Preuen:

  • 1864: Deutsch - Dnischer Krieg:
    • "Schleswih-Holstein Frage": deutschsprachiges Gebiet in Dnemark
    • Preuen und sterreich kmpfen gegen Dnemark
    • Schleswig und Holstei fallen zu gemeinsamer Verwaltung an Preuen und sterreich
  • 1866: Deutscher Krieg:
    • Krieg durch Provokation Preuens gegen sterreich
    • Bndnispartner sterreichs: die meiten Sdstaaten, klein und Mittelstaaten
    • Bndnispartner Preuens: einige norddeutscher Staaten und Italien
    • Schneller Sieg Preuens
    • Auflsung des Deutschen Bundes
    • kleindeutsche Lsung von preuen in Aussicht genommen
    • Grndung des Norddeutschen Bundes mit Reichstag, Reichskanzler, Bundesheer und Verfassung unter bergewichtiger Fhrung Preuens
    • "Schutz- und Trutzbndnisse": Bayern, Wrttemberg, Baden und das Groherzogtum Hessen mit Preuen
    • Sdstaaten waren zwar souvern, wurden aber wirtschaftlich (Zollverein) und militrisch (Schutz- und Trutzbndnisse) an preuen gebunden
  • 1870: Deutsch - Franzsischer Krieg
    • Streitigkeiten zwischen Preuen und Frankreich (von preuen provoziert)
    • Kaiser Naopleon III. wird bei Sedan gefangen genommen, Paris wird belagert
    • Ausbrachen einer nationalen Kriegsbegeisterung
    • dieser Krieg galt als nationale Aufgabe
    • sddeutschen Staaten treten nach Verhandlungen dem Norddeutschen Bund bei

Bedingungen der Reichsgrndung

  • Preuischer Ministerprsident Bismarck nutzt nationale Situation zur Kaiserreichsgrndung
  • drei Kriege von 1864 bis 1871 sind "Einigungskriege Bismarcks": allgemeine Siegesfreude
  • kleindeutsche Lsung (ohne sterreich)
  • Januar 1871: Kaiserproklamation Wilhelm I. von Preuen im Spiegelsaal Versailles durch die deutschen Bundesfrsten
  • bayrischer Knig musste bestochen werden
  • Beginn der deutsch-franzsischen Erbfeindschaft durch den D-F-Krieg → sptere Linie der Auenpolitik des Kaiserreiches

Verfassung und Grundlagen des politischen Systems

  • Reichsverfassung als Kompromiss zwischen revolutionr umgeformter konservativer Monarchie und national-liberalem Brgertum (Frstenbund ↔ Monarchie)
  • eigentlich keine richtige Monarchie, sondern Frstenbund, fderales System
  • Sicherung der Monarchie
  • Abblocken des demokratisch gewhlten Parlaments
  • Schaffen des Grostaates einer brgerlichen Gesellschaft
⇒ Spannungen und Konflikte zwischen Reichskanzler und Parteien
  • Verfassung des Kaiserreichs = ergnzte und genderte Verfassung des Norddeutschen Bundes
  • "Deutscher Bund" → "Deutsches Reich"
  • "Bundesprsident" → "Deutscher Kaiser"

Balance von Unitarismus und Fderalismus

  • Bundesstaat aus 25 souvernen monarchistischen Einzelstaaten
  • Trotzdem groe Macht Preuens:
    • Preuischer Knig ist zugleich deutscher kaiser
    • Reichskanzler und vorsitzender des Bundesrates ist meitens preuischer Ministerprsident
  • Kaiser: Oberbefehl ber Reichsheer, politische und militrische Fhrung, Auenpolitiker
  • Reichskanzler: Innenpolitiker (Kaiser Wilhelm I. lies jedoch seinen Kanzler Bismarck nach Auen regieren, Bismarch eher Ausnahme)
  • Bundesrat: zentrales Entscheidungsorgan

Probleme des Systems:

  • mit der Zeit geht Preuen und dessen Kultur langsam in das ganze Reich auf
    • "Verpreuung Deutschlands"
    • "Verreichung Preuens"
  • Preuen konnte die Reichspolitik in groem Mae bestimmen
  • Militarismus geht in Gesellschaft und Staatssystem ein
  • Chefs des Heeres und der Marine als Nebenregierung und groe Machthaber
  • Reichstag (von Mnnern ber 25 gleich, geheim direkt gewhle Volksvertretung) hat sehr schwache Stellung:
    • konnte durch Bundesrat aufgelst werden
    • Gesetze bedurfte Zustimmung des Bundesrates
    • Reichstag konnte Reichskanzler kein Misstrauen aussprechen
    • Parteien knnten aber Haushalt blockieren
  • Fehlen von Grundrechten
⇒ Deutsches Reich = konstitutionelle Monarchie, Monarch alleiniger Inhaber der Souvernitt, keine parlamentarische Regierung

Verfassungsvergleich

Daten und Begriffe

Konstitutionelle Monarchie:

  • Macht des Monarchen nicht mehr absolut (uneingeschrnkt), sondern von der Verfassung geregelt
  • Regierung aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Volksvertretung bestimmt
  • Beispiel: Deutsches Kaiserreich 1871 bis 1918

Parlamentarische Monarchie:

  • Unterform der konstitutionellen Monarchie
  • Monarch (mit wenigen Ausnahmen) keinen Anteil an Staatsgeschften
  • Staatsgeschften von Parlament und der Regierung gefhrt
  • Monarchen reprsentative Aufgaben
  • Bsp: Grobritannien, Belgien, Dnemark etc. heute

Semikonstitutionalismus:

  • keine Volkssouvernitt
  • Regierung war nicht der Basis (Volk) verantwortlich
  • Verfassung von oben, oktroyiert
  • keinen Grundrechteteil

Pol. und gesellschaftliche Entwicklung in Bundesrepublik und DDR

Offizielle Formulierung:
Die Schlerinnen und Schler knnen
  • Grundlinien und Herausforderungen der inneren Entwicklung der beiden deutschen Staaten darstellen;
  • die aus den unterschiedlichen politischen Systemen resultierenden Formen des gesellschaftlichen Lebens vergleichen und beurteilen, wie die Bundesrepublik und die DDR die Herausforderungen der modernen Industriegesellschaft bewltigt haben;
  • die Interdependenz von innenpolitischer Entwicklung und auenpolitischer Integration formulieren.

Daten und Begriffe: 1949-1963 ra Adenauer; 1949-1971 ra Ulbricht; 17.6.1953 Volksaufstand in der DDR; 1955 Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO; Souvernitt; 1955 Aufnahme der DDR in den Warschauer Pakt; 13.8.1961 Bau der Mauer; 1969-1982 Sozialliberale Koalition; 1972 Grundlagenvertrag; 1982-1998 Christlich- liberale Koalition; 1971-1989 ra Honecker; Westintegration; Soziale Marktwirtschaft; Restauration; Auerparlamentarische Opposition; Notstandsgesetze; Innere Reformen; Ministerium fr Staatssicherheit (Stasi); Neue Ostpolitik; Wende; SED-Staat; Nischengesellschaft; real existierender Sozialismus

innere Entwicklung der Bundesrepublik 1949 - 1989

ra Adenauer 1949 - 1963

Konrad Adenauer :

  • * 5. Januar 1876 in Kln 19. April 1967 in Rhndorf
  • Oberbrgermeister von Kln
  • erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.


Erste Regierung in der BRD:

CDU/CSU/FDP/DP(Deutsche Partei)

Kanzler: Adenauer
Finanzminister: Erhard
  • wichtige Merkmale:
    • bekennt sich zur freien Markwirtschaft und entfernt sich somit von der Planwirtschaft
    • Wahl Bonn als provisorische Hauptstadt
    • autoritrer Fhrungsstil -> "Kanzlerdemokratie"
    • Primat der Westintegration
      • Einigung Europas dient franz. Sicherheitsdenken
      • Westdeutschland muss sich in die westlichen Lager integrieren
      • Die fderalistische Europaidee ermglicht D das Ende der Isolation
      • Fr Gleichberechtigung muss Deutschland Vorleistungen bringen (Wiederbewaffnung)
      • Die wirtschaftliche Strke des Westens ist ein "Magnet" fr den Osten


Wichtige Vertrge unter Adenauer

Petersberger Abkommen (22 Nov. 1949):

  • Beitritt zum Ruhrstatut
  • Einschrnkung der Demontagen
  • Mglichkeit zum Beitritt in internationale Organisationen
  • Recht auf konsularische Beziehungen = Vertretungen in anderen Lndern wird ermglicht.
  • war ein wichtiger Schritt fr die Integration der BRD in die westeuropischen Staatengemeinschaft
  • Verstrkung des Vertrauen in D

OEEC(Mitglied in der Verwaltung ber die Marshallplan-Gelder) 15. Dez. 1949

Europarat-Mitglied 1950

Montanunion 9. Mai 1950 ("Schuman-Plan")

  • Kohle und Stahlproduktion D, F, Benlux, und I werden aus der nationalen Zustndigkeit herausgenommen und in der Europischen Gemeinschaft fr Kohle und Stahl zusammengefasst
  • Beitrag zur berwindung der deutsch - franzsischen Differenzen
  • Entkrftigung der Befrchtungen Frankreichs vor einem Widererstarken D's

Mit Inkrafttreten des Abkommens wurde der Ruhrstatut aufgelst 1957 wurde die Montanunion durch die EWG abgelst.

Europische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)

  • Plan des Europarats zur Aufstellung einer Europaarmee mit deutscher Beteiligung zum Schutze vor der Bedrohung der Sowjetunion
==> Plan des zur Grndung einer Europische Verteidigungsgemeinschaft
D sollte in einem multinationalen Generalstab und multinationalen Streitkrften eingebunden werden

Der Plan scheitert an der franzsischen Nationalversammlung, die ihre Souvernittsrechte damit abgetreten sieht.


Deutschland-Vertrag 1952/54

Im Zuge des geplanten Deutschen Beitrittes zur EVG stellte der Bundestag Forderungen hinsichtlich des internationalen Status der BRD. Am 26 Mai 195 wurde schlielich ein Vertrag mit den USA, GB und F unterzeichnet. Dieser beinhaltete folgendes:

  • Beendung der Besatzung
  • volle Souvernitt der BRD in Innen- und Auenpolitik
  • Beendigung aller Einschrnkungen bei der Gesetzeshoheit
  • Beendigung aller Produktions- und Forschungsbeschrnkungen
  • ausschlieliche Zustndigkeit der Alliierten fr Deutschland als Ganzes und Westberlin
  • Verpflichtung der Westmchte auf die deutsche Wiedervereinigung als politisches Ziel

Pariser Vertrge

Konferenz der Westalliierten, Beneluxlnder, Italien, Kanada und BRD. Regelung zum Brssler Vertrag

  • Beitritt BRD zum Brssler Vertrag (der damit zur WEU erweitert wurde)
  • Beitritt in die NATO
    • Verzicht auf ABC-Waffen
    • Verpflichtung auf den defensiven Charakter des Bndnisses
    • Untersttzung der Deutschland-Politik der BRD durch die Partner der NATO

Auerdem wurde damit geregelt:

  • Bundesregierung erhlt die Alleinvertretung und spricht nun fr Deutschland als Vertreter des deutschen Volkes in internationalen Angelegenheiten
  • Deutsch-Franzsischen-Vertrag
  • Neufassung des Deutschland-Vertrages

Moskau-Besuch

Adenauer folgt Einladung der SU Durch den Aufbau der politischen Beziehungen zur SU, veranlasst die SU Freilassung von ber 20.000 Kriegsgefangenen und Vertriebenen. Auerdem betont die BRD, dass sie das Recht fr sich in Anspruch nehme, Deutschland alleine zu vertreten. SU beharrt auf der These der zwei deutschen Staaten

Saar-Frage

  • Frankreich fr Anbindung des Saarlandes an Frankreich.
  • Bundesregierung dagegen
  • Volksabstimmung bringt deutlichen Sieg fr BRD.
  • Saarabkommen bindet am 1 Januar 1957 das Saarland wieder and die Bundesrepublik

Innere Entwicklung

Wirtschaftswunder

begnstigt durch:

  • Einfhrung der sozialen Marktwirtschaft
  • Ende der Demontagen
  • Marshallplan untersttzt Wiederaufbau der Industrie
  • Koreakrieg
  • Whrungsreform bzw. Unterbewertung der D-Mark gegenber anderen Whrungen
    • Export-Boom
  • Bundesregierung begnstigt die Steuern auf Exportgter
  • Binnennachfrage
  • zurckhaltende Lohnpolitik durch Gewerkschaftsbund, der den Wiederaufbau untersttzen wollte
  • Tarifgesetze
    • Betriebsverfassungsgesetz
    • Personalvertretungsgesetz
    • Rentenreform

1954 erreicht die BRD den 3. hchsten Handelsumsatz nach der USA und GB


Wirtschaftspolitische Entscheidungen

  • Londoner Schuldenabkommen 1953
    • Schulden werden auf einen Betrag von 15 Milliarden Dollar festgesetzt.
  • Grndung der deutschen Bundesbank 1957
  • Bundeskartellamt 1957
  • Vollbeschftigung ab 1959

Ende der ra Adenauer

  • Ab 1957 erstmal keine absolute Mehrheit im Bundestag mehr --> FDP als Koalitionspartner
  • Spiegelaffre 1962
  • 1963 Abschlieung der Deutsch-Franzsischen-Vertragwerks
    • Verzahnung Deutsch-Franzosischer Interessen.
    • regelmige und umfassende politische Konsultationen

Konrad Adenauer tritt am 15. Oktober 1963 von seinem Amt als erster deutscher Bundeskanzler zurck. Dies ist eine Folge aus der Spiegelaffre.

Kanzlerschaft Ludwig Erhards 1963 - 1966

Von Brandt zu Kohl


Erhard:

  • Verfechter der transatlantischen Allianz
  • "ffnung nach Osten" sollte Hallstein-Doktrin ablsen

Wirtschaftliche Entwicklung

  • 1966 Wirtschaftskrise
    • geprgt im Bergbau, da l neuer Energielieferant wird und Steinkohle zu teuer zu frdern
    • Wirtschaftliche Dynamik ist verbraucht

Gesellschaft

  • Ausschwitz-Prozesse
  • Auftretender Rechtsradikalismus

Ende der Kanzlerschaft 1966

Das Vertrauen der Whler wurde Erhard durch zu grozgige Wahlgeschenke, die ein groes Loch in den Haushalt gerissen hatten stark getrbt. Investitionslust und Konsum wurden gebremst. Der Bruch mit der FDP kam auf Bundesebene angesichts der Haushaltsvorlage fr 1967

Groe Koalition

Die sich nun zur Wirtschaftsdemokratie und Mitbestimmung statt Sozialisierung und Planwirtschaft bekennende SPD, galt nun nach der nderung ihres Parteiprogrammes als ebenbrtiger Partner der CDU. Auch bekennte sie sich zur Westintegration und zur NATO, welche sie zuvor verurteilt hatte.

Kanzler wurde Kurt Georg Kiesinger (CDU). Vizekanzler und Auenminister: Willy Brandt (SPD) Wirtschaftsminister: Karl Schiller Finanzminister: Franz Josef Strau

Wirtschaft

Ziel der Koaltion war die wirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Dies sollte nicht durch die Beseitung der Markwirtschaft erfolgen sondern ihre Ergnzung durch eine Globalsteuerung. Um die Wirtschaft weiter zu strken wurde das Stabilittsgesetz verabschiedet Gleichgweicht durch vier Kompetenzen:

  • Preisstabilitt
  • hoher Beschftigungsgrad
  • auerwirtschaftliches Gleichgewicht
  • stetiges Wirtschaftwachstum


Innenpolitik

Notstandsgesetze

Im Falle von inneren oder ueren Gefahren haben die Alliierten das Vorbehaltrecht die Souvernnitt Deutschlands einzuschrnken. Mit den Notstandsgesetzen wollte die BRD in 'Zeiten der Not' in Selbststndiger Verantwortung handeln Kritik kam hierbei vorallem von den Studenten, die durch das Gesetz ein Mittel sahen, durchdas der Staat unkontrolliert Einfluss ausben konnte [Siehe Weimarer Republik; Notstandsgesetze] Inhalt des Gesetzes:

  • Kontrolle des Post- und Fernmeldeverkehrs
  • Errichtung eines Notparlamentes (Gemeinsamer Ausschuss von Bundestag und Bundesrat)

Das Notstandsgesetz wurde am 30.Mai 1968 angenommen

Probleme:

  • Demonstrationen gegen Vietnamkrieg
  • Eskalierte Gewaltakte

Wandel der Ostpolitik

Kiesinger hatte sich bei Regierungsantritt fr eine Lsung des Problem der Deutschen Teilung einzusetzen. Dies sollte in einem Gewaltverzichtsvertrag mit den Ostblockstaaten getan werden. Diese ffnung dem Osten hin fand nur im Wesentlichen ZUstimmung bei der SPD. CDU/CSU waren dabei sehr reserviert.


 

Die Sozial-liberale Koalition 1969 - 1982


Vorbereitet wurde diese Koalition durch die Wahl Gustav Heinemanns zum Bundesprsidenten der BRD. Sowohl FDP als auch SPD hatten sich im Lauf der 60er Jahre mehr politischen und gesellschaftlichen Reformen geuert. Der Wahlkampf zur Bundestagswahl lief unter dem MOTTO: 'Mehr Demokratie wagen'

Bundeskanzler: Willy Brandt(SPD); Vizekanzler und Bundesauenminister: Walter Scheel(FDP); Verteidigungsminister: Helmut Schmidt (SPD); Innenminister: Dietrich Genscher (FDP) Staatssekrektr im Bundeskanzleramt: Egon Bahr

Besonderheit: Die Koalition nimmt die schon lngst flligen Reformen in Deutschland in die Hand- Reform der Ostpolitik und eine umfassende Bildungsreform

Bildungsreform Um die "Bildungsreserve" auszuschpfen und hhere Abiturentenzahlen zu erreichen, werden Schulen und Universitten gebaut, Bafg eingefhrt


Auenpolitik:

Brandt bekennt sich gleich in seiner Regierungserklrung zu den zwei deutschen Staaten und bricht damit die offiziell bestehende Hallstein-Doktrin.


Die Ostvertrge


 

Ostvertrge Partner Inhalte Besonderheit
Moskauer Vertrag 12.8.1970 BRD-UdSSR Territoriale Integritt aller europischen Staaten

Unverletzlichkeit der Grenzen einschlielich der Oder-Neie-Linie

politisch ideologischer Gegensatz dauert an

Rstungswettlauf nicht gestoppt

Warschauer Vertrag 7.12.1970 BRD-Polen Territoriale Integritt

Achtung der gegenwrtigen Grenzen (Oder-Neie-Linie kann erst mit endgltigem Friedensvertrag festgelegt werden

es kein Anspruch auf eine Grenzverschiebung erhoben

Brandt kniet vor dem Warschauer Ghetto-Denkmal nieder, um den Opfern zu gedenken
Viermchte-Abkommen 3.9.1971 USA;GB;

F; UdSSR

Gewaltverzicht

freier Transitverkehr nach Westberlin

Status der Berliner Westsektoren wird nicht eindeutig geklrt
Transitabkommen 20.12.1971/

Verkehrsvertrag 26.5.1972

BRD-DDR Regelung des Personen- und Gterverkehrs zw. BRD W-Berlin

Reiseerleichterungen

Besuchsmglichkeiten von WEST nach OST

keine Besuche von OST nach WEST
Grundlagenvertrag 21.12.1972 BRD-DDR Anerkennung der Hoheitsgebiete

'normale gutnachbarliche Beziehungen'

Austausch von stndigen Vertretungen; aber keine Botschaften

Aufgabe des Alleinvertreteranspruches

Debatte um Berliner Mauer
  • Schiebefehl
  • Wiedervereinigung
  • Respektierung der Menschenrechte in der DDR (KSZE-Schlussakte)

Keine Vlkerrechtliche Anerkennung der DDR --> Keine DDR-Staatsbrgerschaft

Regierungswechsel Brandt - Schmidt

  • Rcktritt des Bundeskanzlers wegen eines DDR-Spions Guillaume in eigenen Reihen
  • Regierungsneubildung soll Krise unterbinden

neuer Bundeskanzler: Helmut Schmidt

  • Setzt Politik Brandts fort (ohne groen Erfolg von "mehr Demokratie wagen")
  • pessimistische Grundhaltung in der Bevlkerung
  • erste lkrise
  • terroristische Anschlage durchziehen Deutschland
    • 1972 olympische Spiele (Palstinenser; Schwarzer September)
    • Rote Armee Fraktion (RAF)

Schmidt verstand sich nicht als Bundeskanzler sondern als "Angestellter des Staates" und "Krisenmanager"

Ostpolitik

"Politik der kleinen Schritte"

  • Verhltnis zwischen beiden deutschen Staaten wird von allen Parteinen weitgehendst akzeptiert
  • bis 1980 Unterzeichnung von vielen Abkommen zw. BRD und DDR
  • Handelsbeziehungen zu DDR werden gepflegt
  • Meinungsaustausch zwischen Schmidt und Honecker in Helsinki bei Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte

Gesellschaft

  • Alternative Bewegungen
  • Antikernkraft-Bewegung
  • Umweltschutz
  • Bildungsexpansion

Auenpolitik

NATO-Doppelbeschluss:

  • SU ersetzt Mittelstrecken durch Raketen mit grerer Sprengkraft => Gefhrdung der Bundesrepublik
  • BRD fordert NATO um Untersttzung
  • 12 Dez. 1979 NATO-Doppelbeschluss
    • Verhandlungen mit SU
    • gleichzeitige Aufrstung von Raketen mit atomaren Sprengkpfen in Europa
  • ab 1983 unter neuer Bundesregierung fand die Stationierung von Pershing-Raketen in der BRD statt

Wirtschaft

  • Wirtschaftaufschwung geht endgltig in Europa zu Ende
    • Club of Rome bringt Bericht ber Grenzen des Wachstums heraus
    • Schwchen in der Wirtschaft in BRD => asiatischer Markt produziert billiger
  • Haushaltsdefizit
  • hohe Inflationsrate
  • 1973 lkrise => zeigt erstmals die Abhngigkeit der BRD von (Erd)l
  • Entwicklung neuer Technologien setzt der Krise ein Ende

Koalitionsbruch

Zeit der christlich-liberalen Koalition

Konstruktives Misstrauensvotum beendet Kanzlerschaft von Helmut Schmidt. Nachfolger wird Helmut Kohl (CDU)

Grundgedanken der Regierung:

  • geistig-moralische Wende
  • wirtschaftsstabilere Wirtschaft durch "weniger Staat, mehr Markt"
  • keine kollektive Last sondern mehr persnliche Leistung

Innenpolitik

  • Entstehung des Bndnis 90/Die Grnen
  • Krise der Parteien
    • Lobbyismus
    • Vertrauensverlust in Politiker
    • Flick-Spendenaffre
    • Barschel-Affre
  • Terrorismus
    • RAF-Nachfolger tten wichtige Beamte
  • Demographischer Wandel und Zuwanderung
    • sinkende Geburtenrate
    • Aufkommen von Auslnderfeindlichkeit rechtsradikalen Bewegungen

Wirtschaft

  • Wirtschaftswachstum kann hohe Arbeitslosenzahlen nicht kompensieren
  • Wandel von Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft

Probleme:

    • starre Arbeitsrechtsregelungen
    • Wirtschaftsstandort BRD zu teuer
    • Verlagerung der Produktionssttten ins Ausland
    • Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden

Ostpolitik:

  • Frieden geht vor Wiedervereinigung
  • Koalition der Vernunft
  • Stationierung von Pershing II-Raketen in BRD ab 1983
  • Milliardenkredite werden von der BRD an die marode DDR genehmigt

==> Dichtes Vertragswerk zwischen DDR und BRD

ab Mitte 80er Jahre: dauerhafte Koexistenz der beiden Deutschen Staaten

Geschichte der DDR

Weg zum Oststaat
Enteicklung der DDR bis zum Mauerbau


 

Aufbau des Sozialismus zur Zeit Ulbrichts

7. Okt. 1949 Grndung der DDR und Inkrafttreten der Verfassung 10 Okt. 1949: bertragung der Verwaltungsfunktion an die DDR-Regierung durch die SMAD In provisorischen Volkskammer wird: Wilhelm Pieck zum Prsidenten der DDR, Otto Grotewohl zum Ministerprsidenten der SED gewhlt

Merkmale der Verfassung der DDR: DDR-Verfassung

  • Art.1: Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werkttigen in Stadt und Land unter Fhrung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik[...]es gibt nur eine deutsche Staatsangehrigkeit
  • Grundrechte (die stndig verletzt wurden)
  • Weimarer Verfassung als Vorbild mit marxistischen Abnderungen
  • sozialistische Gesellschaftsordnung
  • keine Gewaltenteilung
  • streng zentralistisch

Erste Volkskammerwahlen


 

ra Ulbricht

DDR-System.

  • 1950 wird Walter Ulbricht Vorsitzender des neugegrndeten Zentralkomitees der SED

SED wird zur Staatspartei:

  • DDR ist nun vollends eine Diktatur der SED
  • Durchsetzung des Willens der Partei durch Ausbau des berwachungsstaates (Stasi)und durch Kontrolle ber Polizei Justiz, Bildungswesen und Jugendorganisationen
  • Gegen Systemgegner und Dissidenten wir gnadenlos vorgegangen
  • Innerparteiliche Konkurrenz wird von Ulbricht ausgeschaltet

Aufbau des Sozialismus:

Ziele Ulbrichts:

  • stndige Festigung der Staatsmacht
  • Kollektivierung der Landwirtschaft und der Industrie
  • Aufbau einer staatlichen Schwerindustrie in der DDR
  • Aufbau einer Armee --> Grndung der NVA
  • Abschaffung der Lnder Neueinteilung in Bezirke nach sowjetischem Vorbild
  • Teilung der DDR in 14 Bezirke
  • Abriegelung der Zonengrenze: 1952 wird Grenze zu BRD abgeriegelt aber Grenze zu Ostberlin bis Mauerbau 1962 offen

Der 17te Juni 1953:

  • Reformdruck der Sowjet Union SED beschliet Forcierung der Schwerindustrie
  • Normenerhhung lst groe Protestwelle bei der Industriearbeiterschaft aus
  • Tausende Arbeiter in vielen Stdten der DDR streiken und demonstrieren sowohl gegen die Normenerhhung, als auch gegen die Regierung und fordern freie Wahlen und sogar die Deutsch Einheit
  • Aufstand wir von Sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen

Folgen:

  • Zugestndnisse an Arbeiterschaft: Lhn- und Rentenerhhungen
  • BRD erklrt 17ten Juni zum Tag der Deutschen Einheit
  • Regierung geht noch gewaltsamer gegen Systemkritiker, auch in den eigenen Reihen vor
  • Sowjet Union erkennt die unzureichende Untersttzung der Regierung Ulbrichts in der Bevlkerung engere Zusammenarbeit mit DDR und Stop der Reparationszahlungen


Kollektivierung der Landwirtschaft

  • Kollektivierung der Landwirtschaft wird nach dem 17ten Juni in Angriff genommen

Ziel:

  • Landwirtschaft soll einer strafferen Planung unterzogen werden
  • Bevlkerung soll besser Kontrolliert werden
  • Grerer Ertrag der groen LPGs, als der vielen kleinen Hfe
  • auern werden gezwungen sich Stufenweise sozialistischen Groproduktionen anzuschlieen
    • Der groe Widerstand der Bauern wird mit Terrormanahmen gebrochen
    • Mitte der 60er Jahre sind alle Betriebe kollektiviert

Industrialisierung

  • Wirtschaft der DDR wird planwirtschaftlich organisiert: mithilfe zentraler Steuerung sollen die Bedrfnisse der Menschen ermittelt werden um so die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der Gter einzusetzen
  • Wichtigste Manahme: Aufbau einer eigenen Schwerindustrie
  • im Zuge des ersten 5-Jahresplanes werden Hochofenkombinate, Stahlwerke und Maschinenbaubetriebe
  • allerdings litt die Industrie unter groem Arbeitskrfte- und Fhrungspersonalmangel
  • viele qualifizierte Arbeitskrfte wandern in BRD ab
  • zweiter 5-Jahresplan soll die Industrieproduktion weiter gesteigert werden
  • doch DDR berschtzt ihre Mglichkeiten: ehrgeizige Ziele knnen nicht erreichet werden
  • dennoch steigt der Lebensstandart in der DDR deutlich, Konsumgter werden produziert
  • bescheidener Wohlstand erhlt Einzug
  • DDR wird nach Sowjet Union zum grten Industrieproduzent des Ostblocks

ra Honecker

Die SU drngte auf eine Ablsung Ulbrichts, um ihre Entspannungspolitik nicht zu gefhrden. Erich Honecker setzte den Sturz im Politbro im Mai 1971 durch und nahm an dessen Stelle den Sitz des 1. Sekretr des Zentralkomitees an und hatte diese rolle bis 1989 inne.

Merkmale der ra Honecker

  • Akzeptanz des "real existierenden Sozialismus" der Menschen in der DDR durch Erhhung der Lhne und Renten
  • Einheit con Sozial- und Wirtschaftspolitik
  • Hohe Industrieproduktion zw. 1970 und 1974
  • Verbesserter Lebensstandart
  • ab 1975 hohe Auslandsschulden, die nicht mehr getilgt werden
  • stagnierender Lebensstandart
  • Mangelwirtschaft
  • Zusammenbruch der Sozialpolitik

Abfangen der DDR vor Staatsbankrott durch die BRD.

DDR International

  • Aufnahme in die UNO 1973
  • Anerkennung des Staates durch die USA '74
  • Grundlagenvertrag '72 als Teilerfolg fr die eigene Volksouvernitt


Kritik am Staat | Opposition | Systemkrise

  • Umweltprobleme
  • Systemkrise durch Stagnation der Wirtschaft
  • berhmte Leute ben Kritik am System (Wolf Biermann, Robert Havemann, ...)
  • Auftreten von Brgerrechtsgruppen; Bezug auf KSZE-Schlussakte
  • Ausreisewelle und Antragstellung Entlassung aus DDR-Staatsbrgerschaft
  • Reformpolitik aus Russland strkt Oppositionelle
  • unbeirrbare planen der 40-Jahre-Feier der DDR

Hhepunkt: Wahlflschungen bei Kommunalwahlen

Innerdeutsche Beziehungen

Vergleichs- und Interpretationswissen

Entwicklung der beiden Staaten im Hintergrund des Kalten Krieges darstellen

Entwicklung-BRD-ab-1945
Entwicklung-BRD-ab-1945


 

  • Reformen in Ungarn und Polen
    • In Polen wird die Regierung durch die Arbeitergewerkschaft Solidarnosc zu Reformbewegungen gezwungen
    • Ungarn versucht sich in Reformkommunismus
    • Grenzffnung Ungarns zu sterreich

==> Flchtlingsstrme aus der DDR ber Tschechien und Ungarn nach sterreich. Viele DDR-Brger flchten in die deutsche Botschaft der BRD in Ungarn und Tschechien. Folge waren humanitre Probleme in den Botschaften. DDR gestattet freie Ausreise in Sonderzgen Auerdem mssen Flchtlingslager in Ungarn errichtet werden.

Bild:DDR-Aufbruch.jpg

Vergleich: unterschiedliches politisches Leben als Resultat der unterschiedlichen politischen Systeme

Interdependenz von innenpolitischer Entwicklung und auenpolitischer Integration

Daten und Begrife

Aufstand in der DDR am 17. Juni

Die DDR-Fhrung muss in Folge des groen Drucks, der von der Sowjetunion ausgeht, bessere Lebensbedingungen schaffen.

Manahme: Forcierung der Schwerindustrie Auswirkung: Verschlechterung der Versorgungslage der Bevlkerung

Um wenigstens die Versorgung der Arbeitsgemeinschaft in den Betrieben sicher zustellen, schrnkte die Regierung den Lebensmittelverbrauch einzelner Bevlkerungsgruppen ein und erhhte die Arbeitsnormen

===> am 16. Juni ziehen Arbeiter der Baustelle Block 40 der Stalinallee in Ostberlin zum "Haus der Ministerien" um ihre Proteste zu formulieren. Erste politische Forderungen wurden erhoben. Am 17. Juni ziehen zehntausende Arbeiter auf die Straen. Der Entschluss des SED-Bros, die Normenerhhungen wieder rckgngig zu machen kam zu spt. Es kam zur Konfrontation mit der Volkspolizei. Die Demonstrationen greifen auch auf andere Stdte ber. Im Mitt4elpunkt der Forderungen stehen bald der Rcktritt der Regierung, die Abhaltung freier Wahlen und die deutsche Einheit.

Der Ausnahmezustand wird von der sowjetischen Besatzungsmacht erhoben und Truppen entsandt. Die Truppen schlagen den Aufstand gewaltsam nieder.

Der Aufstand ging auf das Konto der Industriearbeiterschaft, der Schicht, fhrt die die SED immer zu sprechen vorgegeben hatte, und nicht vom ganzen Volk aus. Die Schuld an dem Aufstand wurde jedoch auf westliche Kreise geschoben und als konterrevolutionrer Putsch gewertet.

18 Menschen wurden von den Sowjets standesrechtlich erschossen, weitere zum Tode verurteilt. Kritiker des Kurses der DDR-Fhrung wurden aus der Partei ausgeschlossen. Die Bundesrepublik ernannte den Tag zum Symbol der der deutschen Einheit in Freiheit

Bau der Berliner Mauer

  • vom am 13. August 1961 bis 9 November 1989 trennt sie die Menschen in Deutschland
  • Bei Versuchen, die schwer bewachten Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu berwinden, kamen
    mindestens 86 Menschen durch Gewaltakte seitens der DDR-Grenztruppen zu Tode.
  • Walter Ulbricht auf die Frage: ob eine Mauer gebaut wird:
    Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wnschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptschlich mit Wohnungsbau beschftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

Bezeichung der Mauer durch die...

Weststaaten: Eingestndnis von Schwche und Unmenschlichkeit DDR: ... "Antifaschisttischer, antiimperialistischer Schutzwall"

Die staatliche Einheit

Offizielle Formulierung:
Die staatliche Einheit
  • Die Schlerinnen und Schler knnen Ursachen und Besonderheiten der friedlichen Revolution in der DDR darstellen und errtern;
  • den Prozess der deutschen Einigung im internationalen Rahmen erlutern und sich fundiert mit den Chancen und Problemen des vereinigten Deutschlands auseinander setzen.

Daten und Begriffe: 9.11.1989 Fall der Mauer; 1.7.1990 Wirtschafts-, Whrungs- und Sozialunion; 12.9.1990 Abschluss der friedlichen Revolution; 20.9.1990 Verabschiedung des Einigungsvertrags; 3.10.1990 Beitritt der DDR zur Bundesrepublik; 2.12.1990 erste gesamtdeutsche Wahl; Montagsdemonstrationen; Runder Tisch; Treuhandgesellschaft; 2+4-Gesprche

Zusammenbruch der DDR


 

Demokratisierung des Ostblockes


 

  • Lhmung des politischen Lebens durch die Krankheit Honeckers
  • Unruhen in der DDR werden sprbar
  • Im Anschluss an ein Friedensgebet kommt es in Leipzig am 4 September zu Demonstrationen

==> DDR-Fhrung lehnt Reformen, wie sie es in andern Lndern gibt, ab. Begrndung: "Sozialismus ist an sich schon eine groe Reform, deswegen werden von weiteren abgesehen"

Gorbatschow kommentiert diese Entscheidung, am 40. Geburtstag der DDR, mit dem Satz: "Wer zu spt kommt, den bestraft das Leben"

  • Ab dem 9. Oktober demonstrieren 70.000 Menschen fr demokratische Reformen und gesellschaftliche Umgestaltung

--> Beginn der Montagsdemos

  • Ausweitung der Demonstrationen auf das ganze Land. (bis zu 300.000)


Unter dem Druck tritt Honecker, aus "gesundheitlichen Problemen" am 18. Oktober zurck. Nachfolger wird Egon Krenz. Die von Krenz angekndigten Reformen bleiben aus.

Zusammenbruch des SED-Regimes

  • Rcktritt Honeckers am 18.Oktober 1989
  • Nachfolger Egon Krenz
    • keine angekndigten Reformen
  • Rcktritt der gesamten DDR-Regierung unter Wilhelm Stoph am 7. November 1989
  • Rcktritt des Politbros am 8. November 1989

Ausbruch und Verlauf der Revolution

politische Grnde Gesellschaftliche Grnde Wirtschaftliche Grnde Revolution 1989
SED als alleiniger Machthaber

politische Machtlosigkeit aller anderen Parteien

Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis

Der Marxismus-Leninismus als Grundlage sind fr alle und der Kommunismus als Endziel sind fr alle Brger verbindlich

Meinungsvielfalt, abweichende Meinungen oder Opposition sind nicht erlaubt.

Grundrechte, Recht und Gesetzlichkeit gelten nur von der SED festgelegten sozialen Rahmen

Zwang, permanente Kontrolle; Verfolgung und Ausschaltung von Andersdenkenden

Diskrepanz zwischen Verfassung und Ideologie

Zweiklassensystem

Generationskonflikt, Vernderte Werte

Vernderung der sowjetischen Politik gegenber den sozialistischen Brderlndern

Ineffizienz der Planwirtschaft fhrt zu niedriger Lebensqualitt

Unverhltnismig teuere Luxusgter

Starke, wachsende politische und gesellschaftliche Spannungen

Massendemonstrationen und klare politische Forderungen wie Demokratie und Freiheit

Dynamischer und unblutiger Verlauf

Reprsentation breiter Volkschichten am politischen Neuaufbau

Vllige politische Umstrukturierung und Neuverteilung der Macht

Fall der Mauer

Am 9. November 1989 wird auf einer Pressekonferenz im irrtmlich Vorgriff auf ein Reisegesetz die vollstndige Reisefreiheit - "ohne Vorliegen von Voraussetzungen" - mit sofortiger Wirkung verkndet

Am selbigen Abend strmen zehntausende Ostberliner nach Westberlin.

DIE MAUER IST GEFALLEN

Willy Brandt vom Schneberger Rathaus:

"Jetzt sind wir in der Situation, in der zusammenwchst, was zusammengehrt"


Der Mauerfall ist der erste Schritt zur Demontage der DDR

Die deutsche Einigung

 Der-Weg-zur-Einheit
 Der-Weg-zur-Einheit


 

Internationaler Rahmen

  • Zustimmung der Alliierten

"2 plus 4" Gesprche

Konferenz der Auenminister der vier Siegermchte und der beiden deutschen Staaten

  • Gremium soll Aspekte der deutschen Einheit ber wie Grenzfragen, Bndniszugehrigkeit und Truppenstrke klren
  • vier Runden finden am 5. Mai in Bonn, am 22. Juni in Berlin, am 17. Juli 1990 in Paris (unter Beteiligung der Republik Polen), sowie am 12. September in Moskau statt.

"2 plus 4" Vertrag

Bedingungen:

  • Das vereinigte Deutschland umfasst das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und beide Teile Berlins.
  • Die bestehenden Grenzen sind endgltig, das heit, jegliche Gebietsansprche Deutschlands, beispielsweise auf die seit dem Krieg zu Polen und der Sowjetunion gehrenden deutschen Ostgebiete, also stlich der Oder-Neie-Linie, gehen verloren.
  • Deutschland bekrftigt sein Bekenntnis zum Frieden und verzichtet auf atomare, chemische und biologische Waffen.
  • Die Truppenstrke der deutschen Streitkrfte wird von 500.000 auf 370.000 Mann reduziert und beschrnkt.
  • Die sowjetischen Truppen werden vom Gebiet der ehemaligen DDR bis sptestens 1994 abgezogen.
  • Atomwaffen und auslndische Truppen drfen auf ostdeutschem Gebiet nicht stationiert sein; damit ist Ostdeutschland eine Atomwaffenfreie Zone.
  • Die Viermchte-Verantwortung in Bezug auf Deutschland und Berlin als Ganzes wird beendet.
  • Das vereinigte Deutschland erhlt die volle Souvernitt.


 

Nationale Gestaltung

  • Vertragsgemeinschaft als Vorstellung der DDR-Fhrung
  • Bevlkerung fr schnelle Lsung
  • Kohl legt 10-Punkteplan vor:

bild:10-Punkt-Plan.jpg

  • Diskussion der DDR am "Runden Tisch" (Vorbild Polen)
    • keine konkreten Reformen
  • SED versucht weiterhin die Machterhaltung
    • Ablehnung der Selbstauflsung

==> Druck der ffentlichkeit steigt

  • 10-Punkteplan bringt keine Konkrete Lsung
  • CDU der DDR bekennt sich zur Einheit der Deutschen Nation
  • Michail Gorbatschow untersttzt die Vereinigung
  • Auf Vorschlag der Bundesregierung trifft sich eine Expertenkommission im Februar um die Einfhrung der DM alleiniges Whrungsmittel in der DDR vorzubereiten
  • gleichzeitig auf der Auenministerkonferenz (2+4) kommt es zu Gesprchen der vier Siegermchte und DDR und BRD

Am 1. Juli tritt die Whrungs- Wirtschaft- und Sozialunion in Kraft

Unterzeichung des 2+4-Vertrages am 12. September 1990 in Moskau

Um die Wiedervereinigung zu beschleunigen wurde sie vorgezogen statt dem 2 Dez. auf den 3. Oktober Rechtlich gesehen tritt die DDR als neue Bundeslnder der Bundesrepublik bei. Am 1.Oktober gaben die Alliierten ihre Vorbehaltsrechte auf Berlin als Sonderstatus auf

Chancen und Probleme im Vereinigten Deutschland

  • Chancen
  • Probleme
  • Goldgrbermentalitt westdeutscher Firmen und Investoren
  • Migrationsprozess
  • Erneuerung der Infrastruktur im Osten (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit)
  • Auflsung der NVA und bernahme "geeigneter" Offiziere in die Bundeswehr
  • Auf Arbeitung der Stasiunterlagen (Gaukbehrde)
  • wirtschaftlicher Raubau der Industrie
  • Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft
  • DDR war industriell abgewirtschaftet
  • Arbeitslosigkeit steigt ab Anfang der 90er
  • Bevlkerungsrckgang
  • Neuverschuldung
  • Auslnderfeindlichkeit
  • Rechtsradikalismus
 

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